Prüfungsstress

05:00: Der Wecker reisst mich aus den Träumen, torkel unter die Dusche, spul das Minimalhygieneprogramm ab und penn fast mit der Zahnbürste im Mund ein.

06:00: Ich find meine Schuhe nicht, hab mir die Zunge am Kaffee verbrannt, der Tag geht mir jetzt schon gewaltig auf den Keks.

06:32: Der Bus trudelt nach 5 Minuten Verspätung endlich ein, meine Panik wird weniger. "Moin!" Was, wer?! Oh Stefan...nicht schon wieder. "Erkennst du mich diesmal?" "Ähm, ja...denke schon."

07:00 : Treff endlich in Lensahn ein, wo mich meine Mitfahrgelegenheit einsammelt.

07:35: Endlich treffen wir im Pädagogium ein. Das Gebäude sieht scheisse aus und drinnen riechts nach jeder Menge Pubertät. Ich kann Teenies nicht leiden...

08:00: Die Prüfungshefte werden ausgeteilt. Der literarische Text ist "Ein netter Kerl". Die Kurzgeschichte handelt von einer "fetten Qualle" mit "Wammen" (Fettrollen) im Nacken. Ich wähle den Sachtext.

09:47: Ich bin fertig. Ich bin die Erste. Warum bin ich immer die Erste, die fertig ist?

10:15: Ich suche ein Kiosk, ein Café, irgendeine Lokalität, wo es Kaffee gibt. Ich will Kaffee. Ich BRAUCHE Kaffee! Aber immerhin bin ich nicht mehr alleine. Ela und Chrischi sind inzwischen auch fertig. Wir müssen allerdings noch auf Bine warten, denn ihre Mutter nimmt uns mit.

10:30: Kiosk gefunden, Kaffee erhalten.

10:35: Kaffee alle, Blase voll. Ela und ich beschließen, im Pädagogium aufs Klo zu gehen. Großer Fehler!

Wir werden von einer Meute kichernder, plappernder, giggelnder Mädchen erwartet, als wir die Tür zur muffigen Schultoilette öffnen

Man hört Gespächsfetzen, "Sebi hat gefragt, ob ich mit ihm gehen will." - eine Sekunde Stille - Lautes Schulmädchengekreische. Wenn Sebi wüsste, worauf er sich da einlässt...

Ela und ich betätigen nach dem Pinkeln die Toilettenspülung, oh Wunder... Es reicht allerdings für einen erneuten Kicheranfall dieser Yuppie-Hühner und einem erstaunten Kommentar "Die spülen ja ab!" Nein, wirklich?! Ich lebte schon in der Zivilisation, da wart ihr erst die Vorahnung des Unfalls, der ihr geworden seid. Ich kann Teenies wirklich nicht leiden!

Mit einem entnervten "'pisst euch!" komplementier ich das gackernde Pack vor die Tür. Ela grinst mich dankbar an, als wir uns die Hände waschen.

Ohne Vorwarnung kracht die Tür erneut auf. Eine Horde testosteronstrotzender Junghengste zwischen 14 und 15 Jahren springt in die Damentoilette (!!) in der Hoffnung, die anwesenden Mädchen zu erschrecken. Ela und ich als einzig Anwesende erschrecken uns ganz gehörig.

Der vorlauteste dieser stimmbrechenden Raufbolde besitzt doch tatsächlich die maßlose Dreistigkeit mir an den Hintern zu langen. Seinen Kumpels erklärt er, dass er ab jetzt auf "ältere Weiber" steht.

Ich bin fassungslos... und mit einem Mal furchtbar wütend. Wohlweislich packt Ela mich am Kragen, schiebt mich in die nächste freie Kabine und schmeisst das Pack brüllend vor die Tür.

ICH HASSE TEENIES!

11:00: Wir sind endlich auf dem Weg nach Hause. In der Neustädter Bucht hält Bines Mama an der Tankstelle an und wir kaufen uns eine Flasche Biermischgetränk. Immerhin haben wir die Prüfung gerockt, da darf man auch mal am Vormittag Alkohol kippen.

12:00: Ich betrete meine heiligen Hallen, mache mir Mozzarellasticks und schlafe ein, während ich den Letzten noch kaue. Was ein Tag!

17:38: Das ist jetzt. Den restlichen Tag werd ich dösen oder sowas in der Art. War ja nun auch anstrengend genug.

4.5.10 17:37
 


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